Unsere Themen

  • Wir sind eine dem liberalen Lager zuordenbare Wählergruppe (Partei) in Traunreut.
  • Wir, die Liberale Initiative Zukunft e. V. (L!Z) mit dem ehemaligen 2. Traunreuter Bürgermeister Michael Mollner.
  • Wir haben nicht nur zwei Stadtratssitze erreicht, sondern können auch in den Ausschüssen mitgestalten.

Wir stehen

… für eine liberale Politik, die Verantwortung übernimmt und Lösungen in den Mittelpunkt stellt. Nicht aus Prinzip dagegen, sondern mit dem Anspruch, Dinge besser zu machen. Sachlich, offen und mit dem Vertrauen in die Menschen vor Ort.

Bildung, Schulen und Schülerbeförderung

Eine zukunftsfähige Schulpolitik beginnt mit Planung. Schulen, Schulstandorte, Betreuung und Beförderung müssen als Gesamtsystem betrachtet werden. Für Traunreut bedeutet das, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und Entscheidungen nicht isoliert, sondern im Zusammenhang zu treffen.

Auch wenn frühere Prognosen heute differenzierter zu bewerten sind, ist weiterhin von einem Anstieg der Schülerzahlen bis 2028 auszugehen. Darauf muss die Stadt vorbereitet sein. Entscheidend ist dabei nicht allein die Zahl der Schulplätze, sondern ein schlüssiges Gesamtkonzept für das gesamte Stadtgebiet. Dazu gehören belastbare Zahlen zur Entwicklung der Schülerzahlen in Traunreut, die Auswertung bestehender Berichte der Schulleitungen sowie eine realistische Betrachtung von Mittagsbetreuung, Ganztagsangeboten und Beförderungsbedarf.

Ein zentrales Thema in diesem Zusammenhang ist die Schülerbeförderung. Sie zeigt besonders deutlich, wo Planung bislang nicht ausreichend zusammengeführt wurde. Lange Fahrzeiten, unnötige Busfahrten und zusätzliche Verkehrsbelastung sind die Folge, wenn Schulstandorte, Sprengel und Beförderung nicht aufeinander abgestimmt sind. Gerade für Grundschulkinder ist das weder kindgerecht noch zeitgemäß.

Deshalb fordern wir weiterhin eine Änderung des Schulsprengels für die Grundschulkinder aus der westlichen Kernstadt, die derzeit nach St. Georgen fahren müssen. Kinder aus der Kernstadt gehören auch in der Kernstadt zur Schule. Kürzere Wege verbessern nicht nur den Alltag der Kinder und Familien, sondern reduzieren auch Beförderungskosten, Verkehrsaufkommen und Unfallgefahren.

Der Neubau der Grundschule Nord wurde beschlossen und wird umgesetzt. Umso wichtiger ist es jetzt, die gesamte Schullandschaft in den Blick zu nehmen. Einzelne Bauprojekte ersetzen kein Gesamtkonzept. Schulstandorte, Schülerzahlen und Beförderung müssen gemeinsam gedacht werden, damit Investitionen langfristig wirken und nicht neue Probleme erzeugen.

Unser Anspruch ist klar: kurze und sichere Schulwege, verlässliche Strukturen für Familien und eine Schulplanung, die nicht nur reagiert, sondern vorausschauend gestaltet. Bildungspolitik endet nicht am Schultor, sondern beginnt mit dem Weg dorthin.

Bauen und Wohnen

Bezahlbarer Wohnraum bleibt eine der zentralen Herausforderungen für Traunreut. Er entscheidet darüber, ob Menschen hierbleiben, zurückkehren oder sich neu ansiedeln. Eine verantwortungsvolle Stadtentwicklung muss deshalb unterschiedliche Bedürfnisse berücksichtigen und langfristig denken.

Ein wesentlicher Ansatz ist für uns die ökologisch sinnvolle innerstädtische Verdichtung. Bevor neue Flächen in Anspruch genommen werden, gilt es, vorhandene Potenziale besser zu nutzen. Aufstockungen, Nachverdichtung und moderne Bauformen können Wohnraum schaffen, ohne zusätzliche Landschaft zu verbrauchen. Gleichzeitig trägt ein aktives Leerstandsmanagement dazu bei, bestehende Wohnungen wieder nutzbar zu machen und das Stadtwohnen insgesamt attraktiver zu gestalten. Zudem kann der Ansatz des „modularen Bauens“ die Baukosten bedeutend reduzieren.

Darüber hinaus braucht Traunreut eine ausgewogene Entwicklung. Neben verdichteten Wohnformen sollten auch neue Wohngebiete entstehen, die Raum für individuelle Bauwünsche bieten. Eine zukunftsfähige Stadt darf sich nicht auf ein einziges Wohnmodell festlegen.

Bauen muss heute stärker mit Umwelt- und Klimaschutz zusammengedacht werden. Fassaden- und Dachbegrünungen, insbesondere auf Flachdächern, verbessern das Stadtklima, wirken kühlend und erhöhen die Aufenthaltsqualität. Auch Gewerbegebiete können durch Begrünung und gestalterische Maßnahmen ökologisch aufgewertet werden und zu einem besseren Erscheinungsbild der Stadt beitragen. Ergänzend wollen wir prüfen, wie die Stadt private Hausbesitzer bei nachhaltiger Energiegewinnung gezielt unterstützen kann. Kommunale Anreize und Förderprogramme können Investitionen erleichtern und private Initiativen sinnvoll ergänzen, ohne neue bürokratische Hürden aufzubauen.

Unser Ziel ist eine vielfältige, lebenswerte Stadt. Mit Wohnraum für unterschiedliche Einkommensschichten, für verschiedene Lebensphasen und mit einem klaren Blick auf Nachhaltigkeit, Qualität und Zukunftsfähigkeit.

Handel, Gewerbe und Innenstadt

Eine funktionierende Innenstadt ist ein zentraler Standortfaktor für Handel, Dienstleistungen und Gewerbe. Sie entscheidet darüber, ob Menschen sich gerne in der Stadt aufhalten, Angebote nutzen und Unternehmen Perspektiven sehen. Wirtschaftliche Entwicklung und Stadtgestaltung gehören deshalb untrennbar zusammen.

Unternehmerinnen und Unternehmer lassen sich nicht zur Ansiedlung zwingen. Leerstände verschwinden nicht durch Appelle, sondern durch attraktive Rahmenbedingungen. Dazu gehören erreichbare Standorte, verlässliche Entscheidungen und eine Innenstadt, die belebt und nutzbar ist. Die Stadt muss hier aktiv gestalten und gemeinsam mit Eigentümern tragfähige Konzepte entwickeln, um innerstädtische Flächen wieder sinnvoll zu nutzen.

Der Rathausplatz spielt dabei eine besondere Rolle. Er ist das Herz der Stadt und prägt den ersten Eindruck Traunreuts. Die derzeitige Gestaltung erfüllt diese Aufgabe nicht. Die dort installierten Schirme haben sich weder funktional noch gestalterisch bewährt. Auch wenn für sie einst Fördermittel eingesetzt wurden, darf das kein Grund sein, an einer Lösung festzuhalten, die nicht angenommen wird. Fehlentscheidungen müssen korrigierbar bleiben. Unser Ziel ist eine Neugestaltung des Rathausplatzes mit mehr Aufenthaltsqualität. Begrünung, Beschattung, flexible Nutzbarkeit und eine offene Gestaltung sollen den Platz wieder zu einem Ort der Begegnung machen. Eine Renaturierung und Aufwertung des öffentlichen Raums ist kein Luxus, sondern Voraussetzung für eine lebendige Innenstadt und funktionierenden Handel.

Innenstadtentwicklung darf sich dabei nicht auf die Kernstadt beschränken. Auch die Ortsteile gehören zur Identität Traunreuts. Der Dorfplatz in Traunwalchen muss wieder als sozialer Mittelpunkt wahrgenommen werden. Eine gestalterische und funktionale Aufwertung kann dazu beitragen, das Ortsleben zu stärken und Begegnungsräume neu zu beleben. Die Wegverlagerung des Kindergartens – gegen die Stimmen der L!Z – war hierbei nicht hilfreich.

Handel, Gewerbe und Stadtentwicklung müssen in Traunreut wieder stärker zusammengedacht werden. Mit klaren Konzepten, Mut zu Veränderungen und dem Willen, öffentliche Räume so zu gestalten, dass sie genutzt werden und Wirkung entfalten.

Infrastruktur und Verkehr

Eine leistungsfähige Infrastruktur ist Voraussetzung für Lebensqualität, wirtschaftliche Entwicklung und Sicherheit. Straßen, Wege, öffentlicher Verkehr und digitale Netze müssen funktionieren und aufeinander abgestimmt sein. Für Traunreut bedeutet das, nicht nur Einzelmaßnahmen umzusetzen, sondern langfristig zu planen und bekannte Defizite konsequent anzugehen.

Ein wichtiger Punkt ist die bessere Erschließung des Gewerbegebiets Süd. Erreichbarkeit ist ein entscheidender Standortfaktor. Hier besteht Handlungsbedarf, um bestehende Betriebe zu stärken und zukünftige Entwicklungen zu ermöglichen.

Der Rad- und Fußverkehr muss sicher und praktikabel geführt werden. Zum Beispiel zwischen Frühling, Pierling und Zweckham gibt es zum Teil bereits alternative Nebenstrecken; gerade hier müsste man sich aber generell einmal überlegen, wie der Rad- und Fußverkehr geführt und beschildert werden soll. Ziel ist es, vorhandene Wege sinnvoll einzubinden und Konflikte zu vermeiden.

Ein zentrales Infrastrukturthema bleibt die Ostumgehung Traunreut. Die Entlastung der Innenstadt vom Durchgangsverkehr ist seit Jahren bekannt. Grundstücksfragen und Abstimmungen mit dem Straßenbauamt laufen, müssen aber mit Nachdruck weiterverfolgt werden. Dieses Projekt ist für die langfristige Verkehrsordnung von zentraler Bedeutung.

Beim öffentlichen Personennahverkehr hat Traunreut mit dem direktBUS einen richtigen und wichtigen Schritt gemacht. Dieses System funktioniert deutlich besser als frühere Konzepte mit dem Citybus. Nun gilt es, den direktBUS gezielt weiterzuentwickeln. Dazu gehören eine Analyse und Erweiterung des Haltestellennetzes, längere tägliche Betriebszeiten, eine Erhöhung der Fahrzeuganzahl sowie eine Ausweitung des Angebots auf das Wochenende. Der direktBUS ist das Rückgrat des innerstädtischen ÖPNV und sollte entsprechend gestärkt werden.

Ehrlichkeit gehört ebenfalls zur Verkehrspolitik. Wenn es in den kommenden Jahren nicht gelingt, die Fahrgastzahlen der Bahn signifikant zu steigern, muss der Personenverkehr auf der Schiene für Traunreut kritisch hinterfragt werden. Dauerhaft kaum genutzte Angebote binden Ressourcen, schädigen die Umwelt, ohne einen spürbaren Nutzen zu bringen.

Ein weiteres Thema ist die Verkehrssicherheit. Rasantes Fahrverhalten bleibt ein Problem. Die Einführung einer kommunalen Verkehrsüberwachung für den fließenden Verkehr sollte erneut geprüft werden. Solange sich an der Situation nichts ändert, besteht weiterhin Handlungsbedarf.

Auch das Straßennetz insgesamt braucht eine verlässliche Perspektive. Eine Gesamtplanung für die schrittweise Erneuerung der Straßen ist längst beauftragt, liegt aber bislang nicht vor. Traunreut braucht einen transparenten Maßnahmenplan mit klaren Prioritäten, Zeitachse und Kostenschätzung. Zur Infrastruktur gehört heute zwingend auch die digitale Anbindung. Der Glasfaserausbau ist ins Stocken geraten. Abwarten ist keine Option. Wenn private Anbieter keine zeitnahe Lösung liefern, muss die Kommune selbst Verantwortung übernehmen, gegebenenfalls gemeinsam mit dem Landkreis. Ein leistungsfähiger Glasfaseranschluss ist Teil der Daseinsvorsorge.

Ein besonderer Schwerpunkt ist die Parkplatzsituation in der Innenstadt. Die Unterstützung für ein kommunales Parkhaus in der Nähe des K1 ist aus unserer Sicht richtig und notwendig. Handel, Dienstleistungen und Innenstadtleben brauchen erreichbare Parkmöglichkeiten. Ein zentrales Parkhaus kann Verkehr bündeln, Suchverkehr reduzieren und die Aufenthaltsqualität im Zentrum deutlich verbessern. Dieses Projekt ist ein Schlüssel für eine funktionierende Innenstadt. Zumal auch viele derzeitige Stellplätze durch geplante Bauvorhaben entfallen werden.

Infrastrukturpolitik heißt für uns: planen, entscheiden und umsetzen. Mit klaren Konzepten, verlässlichen Zeitplänen und dem Willen, auch große Themen konsequent anzugehen.

Nachhaltigkeit und Ökologie

Nachhaltigkeit und Ökologie sind für Traunreut keine Schlagworte, sondern eine Aufgabe mit Verantwortung. Umwelt- und Klimaschutz müssen wirksam, realistisch und wirtschaftlich sinnvoll umgesetzt werden. Symbolpolitik oder ideologische Vorgaben helfen dabei nicht weiter. Entscheidend ist, wo Maßnahmen konkret Wirkung entfalten und die Lebensqualität in unserer Stadt verbessern.

Ein zentraler Ansatz ist der bewusste Umgang mit Flächen. Wo möglich, sollen versiegelte Bereiche reduziert und durch Grünflächen ersetzt werden. Mehr Bäume, hochwertige Grünanlagen und echte Renaturierung tragen zur Abkühlung des Stadtklimas bei und verbessern den öffentlichen Raum. Reine Stein- oder Geröllflächen ohne Funktion lehnen wir ab. Stadtgrün muss Nutzen haben, nicht nur gut aussehen.

Vor dem Hintergrund zunehmender Hitzeperioden und Starkregenereignisse gewinnt das Konzept der Schwammstadt an Bedeutung. Regenwasser soll gespeichert, versickert und zur Kühlung genutzt werden. Dach- und Fassadenbegrünungen können hierzu einen wichtigen Beitrag leisten. Besonders bei öffentlichen Gebäuden sollte die Stadt eine Vorbildfunktion übernehmen und solche Projekte dort umsetzen, wo sie technisch und wirtschaftlich sinnvoll sind.

Auch die Energieversorgung ist ein wesentlicher Baustein nachhaltiger Stadtentwicklung. Traunreut verfügt mit der Geothermie bereits über einen großen Standortvorteil. Die bestehende Geothermie Anlage ist ein wichtiger Pfeiler der klimafreundlichen Energieversorgung. Der Antrag zur Errichtung eines zweiten Geothermiekraftwerks ging von der L!Z aus und unterstreicht den Anspruch, diesen Weg konsequent weiterzugehen. Ziel ist eine sichere, unabhängige und langfristig bezahlbare Energieversorgung für Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen.

Energieeffiziente städtische Gebäude gehören ebenfalls zu einer verantwortungsvollen Klimapolitik. Bei Neubauten und Sanierungen muss die Stadt mit gutem Beispiel vorangehen und moderne Standards umsetzen. Investitionen in Effizienz zahlen sich langfristig aus, ökologisch wie finanziell.

Nachhaltigkeit bedeutet auch, Entwicklungen ganzheitlich zu betrachten. Dazu gehören Ausgleichsflächen ebenso wie die Frage, wo ökologische Maßnahmen tatsächlich sinnvoll sind und wo nicht. Umweltpolitik muss abwägen, priorisieren und transparent entscheiden.

Unser Ziel ist ein Traunreut, das Schritt für Schritt ökologischer wird, ohne seine wirtschaftliche Stärke zu verlieren. Mit pragmatischen Lösungen, klaren Schwerpunkten und dem Anspruch, Umwelt- und Klimaschutz als Teil einer verantwortungsvollen Stadtpolitik zu gestalten.

Vision 2030

Traunreut soll sich schrittweise zu einer ökologisch verantwortungsvollen und gleichzeitig wirtschaftlich starken Stadt entwickeln. Unser Ziel ist es, die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern deutlich zu reduzieren und die lokale, erneuerbare Energieversorgung weiter auszubauen.

Geothermie, effiziente Gebäude, mehr Grünflächen und intelligente Klimaanpassung bilden dafür die Grundlage. Nachhaltigkeit verstehen wir dabei nicht als starres Zielbild, sondern als kontinuierlichen Entwicklungsprozess. Entscheidungen müssen realistisch, finanzierbar und langfristig tragfähig sein.

Langfristig streben wir ein Traunreut an, das einen Großteil seines Energiebedarfs selbst decken kann, klimafreundlich aufgestellt ist und seine Lebensqualität weiter verbessert. Schritt für Schritt, mit klaren Prioritäten und ohne ideologische Scheuklappen.

Soziales und Integration

Eine Stadt funktioniert nur dann gut, wenn der gesellschaftliche Zusammenhalt stimmt. Soziale Verantwortung und gelingende Integration sind deshalb zentrale Aufgaben der Kommunalpolitik. Dabei geht es nicht um abstrakte Konzepte, sondern um konkrete Lebensrealitäten vor Ort.

Traunreut ist eine vielfältige Stadt. Menschen mit unterschiedlichen Lebenswegen, Herkunftsgeschichten und Erfahrungen prägen unser Zusammenleben.

Diese Vielfalt ist eine Stärke, wenn sie von gegenseitigem Respekt, klaren Regeln und einem gemeinsamen Verständnis für Verantwortung getragen wird. Integration bedeutet für uns Teilhabe und Mitwirkung, nicht Parallelstrukturen oder Wegsehen.

Soziale Angebote müssen dort ansetzen, wo sie tatsächlich gebraucht werden. Unterstützung für Familien, Kinder, Jugendliche, Seniorinnen und Senioren sowie für Menschen in schwierigen Lebenslagen gehört zu einer verantwortungsvollen Stadtpolitik. Dabei ist es wichtig, bestehende Strukturen zu stärken, statt immer neue Parallelangebote zu schaffen.

Ein besonderer Stellenwert kommt dem Ehrenamt zu. Vereine, soziale Initiativen, Hilfsorganisationen und viele engagierte Einzelpersonen leisten einen unverzichtbaren Beitrag für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Dieses Engagement verdient Anerkennung, Unterstützung und verlässliche Rahmenbedingungen.

Integration gelingt im Alltag. In Kitas, Schulen, Vereinen, Nachbarschaften und am Arbeitsplatz. Die Stadt kann diesen Prozess begleiten, indem sie Begegnungsräume schafft, Orientierung bietet und klare Erwartungen formuliert. Wer hier lebt, soll sich einbringen können und Verantwortung übernehmen. Sozialpolitik bedeutet für uns auch Ehrlichkeit. Probleme müssen benannt werden dürfen, um Lösungen zu finden. Wegschauen oder Beschönigen hilft niemandem. Gleichzeitig braucht es einen respektvollen Umgang und den Willen, gemeinsam an einem funktionierenden Miteinander zu arbeiten.

Unser Ziel ist ein Traunreut, das zusammenhält. Eine Stadt, in der soziale Verantwortung ernst genommen wird und Integration als gemeinschaftliche Aufgabe verstanden wird. Sachlich, menschlich und mit klarer Haltung.

Jugend und Freizeit

Eine lebenswerte Stadt braucht Angebote für junge

Menschen. Jugendpolitik entscheidet darüber, ob Jugendliche sich in ihrer Stadt aufgehoben fühlen, ob sie bleiben, sich engagieren oder sich abwenden. Traunreut muss deshalb Räume, Angebote und Beteiligungsmöglichkeiten schaffen, die zur Lebensrealität junger Menschen passen.

Treffpunkte wie ein Jugendcafé oder ein Jugendtreff sind dabei wichtige Bausteine. Sie bieten niedrigschwellige Möglichkeiten für Begegnung, Austausch und Freizeitgestaltung. Solche Orte müssen attraktiv, gut erreichbar und dauerhaft betreut sein, damit sie angenommen werden und Wirkung entfalten.

Darüber hinaus braucht es zeitgemäße Freizeitangebote. Aktivitäten wie Laser Tag, Escape Rooms oder vergleichbare Formate sprechen junge Menschen an und können die Attraktivität der Stadt deutlich erhöhen. Auch Veranstaltungen für Jugendliche, etwa im K1 oder an wechselnden Orten im Stadtgebiet, tragen dazu bei, dass Traunreut als lebendige Stadt wahrgenommen wird und junge Menschen sich ernst genommen fühlen.

Freizeit findet nicht nur draußen statt. Ein Indoorspielplatz kann insbesondere für Kinder und Familien eine wichtige Ergänzung sein und wetterunabhängige Angebote schaffen. Gleichzeitig müssen bestehende Angebote im öffentlichen Raum weiterentwickelt werden. Bolzplätze, Bewegungsflächen und frei zugängliche Sportangebote sind für viele Jugendliche zentrale Treffpunkte und sollten gepflegt, erhalten und bedarfsgerecht ausgebaut werden.

Ein gutes Beispiel dafür ist der Bereich Crosstrainern und Parkour. Der entsprechende Antrag der L!Z wurde im Stadtrat genehmigt. Jetzt kommt es darauf an, die Umsetzung zügig voranzubringen. Beschlüsse müssen für junge Menschen auch sichtbar werden, sonst verlieren Beteiligungsprozesse an Glaubwürdigkeit.

Beteiligung ist ein weiterer zentraler Punkt. Ein Jugendbeirat kann ein wichtiges Instrument sein, um Anliegen junger Menschen aufzunehmen. Entscheidend ist jedoch, dass diese Anliegen nicht nur angehört, sondern konkret geprüft und in umsetzbare Maßnahmen überführt werden. Jugendbeteiligung darf kein Alibi sein, sondern muss echte Wirkung haben.

Ein wichtiger Baustein ist die Mobilität in den Abend- und Nachtstunden. Freizeit darf nicht daran scheitern, dass sichere Heimwege fehlen. Im Landkreis Traunstein gibt es hierfür den sogenannten Nachtschwärmer-Bus, auch bekannt als Nachtexpress. Dieses Angebot verbindet am Wochenende die Gemeinden des Landkreises in den späten Abend- und Nachtstunden und ermöglicht eine sichere Rückfahrt, wenn der reguläre Linienverkehr endet. Zu prüfen wäre, ob es Sinn macht, dieses Konzept weiter auszubauen.

Unser Anspruch ist klar: Traunreut soll eine Stadt sein, in der junge Menschen Angebote finden, mitreden können und erleben, dass ihre Ideen ernst genommen und umgesetzt werden. Jugendpolitik heißt Zukunftspolitik.

Seniorinnen und Senioren

Eine seniorengerechte Stadt ist eine Stadt für alle Generationen. Viele der Menschen, die heute im Ruhestand sind, haben Traunreut aufgebaut, geprägt und mitgetragen. Diese Lebensleistung verdient Respekt und eine Stadtpolitik, die sich an den tatsächlichen Bedürfnissen im Alter orientiert.

Im Mittelpunkt steht dabei der Alltag. Mit zunehmendem Alter werden kurze Wege, persönliche Ansprechpartner und verlässliche Strukturen immer wichtiger. Digitalisierung kann helfen, darf aber niemanden ausschließen. Bürgerservices müssen deshalb sowohl online als auch vor Ort erreichbar bleiben. Wer Anliegen persönlich klären möchte, soll dies auch künftig ohne Hürden tun können.

Mit dem Quartiersmanagement wurde ein wichtiger Schritt gemacht. Dieses Angebot ist grundsätzlich richtig, wird bislang jedoch nur zögerlich angenommen. Daraus ergibt sich die Aufgabe, genauer hinzuschauen: Welche Unterstützung wird tatsächlich gebraucht, wie müssen Angebote gestaltet sein und wie erreichen sie die Menschen, für die sie gedacht sind?

Seniorenpolitik darf sich nicht auf Pflegefragen reduzieren. Es geht auch um Gesundheit, Bewegung, soziale Teilhabe und selbstbestimmtes Leben bis ins hohe Alter. Angebote zur Fitness, zur Begegnung und zum Austausch können dazu beitragen, Mobilität und Lebensfreude zu erhalten. Veranstaltungen und Informationsangebote, etwa zu gesundem Altern, sind ein sinnvoller Baustein.

Gleichzeitig müssen die strukturellen Fragen beantwortet werden. Reichen Pflegeplätze und Angebote im betreuten Wohnen künftig aus? Wie entwickelt sich der Bedarf im Stadtgebiet? Ein aktualisierter Blick auf den Altenbedarfsplan ist notwendig, um rechtzeitig reagieren zu können.

Entscheidend ist, die Betroffenen einzubeziehen. Seniorinnen und Senioren wissen am besten, was sie brauchen, um gut im Gemeindegebiet Traunreut leben zu können. Der Dialog mit dem Seniorenbeirat und weiteren Akteuren sollte deshalb intensiviert werden, damit Anliegen nicht nur gehört, sondern in konkrete Lösungen übersetzt werden.

Unser Ziel ist ein Traunreut, in dem Menschen auch im Alter selbstbestimmt, sicher und eingebunden leben können. Mit Angeboten, die ankommen, Strukturen, die tragen, und einer Politik, die zuhört und handelt.

Kultur und Vereine

Vereine und kulturelle Angebote sind das Rückgrat des gesellschaftlichen Lebens in Traunreut. Sie schaffen Gemeinschaft, fördern Integration und geben vielen Menschen einen Ort, an dem sie sich engagieren und zu Hause fühlen können. Dieses Engagement lebt vom Ehrenamt und braucht verlässliche Rahmenbedingungen.

Sportvereine spielen dabei eine besondere Rolle. Sie leisten einen wichtigen Beitrag für Gesundheit, Jugendarbeit und Zusammenhalt. Damit sie diese Aufgabe auch künftig erfüllen können, müssen Sportstätten funktional, sicher und zeitgemäß sein. Die Sanierung und Weiterentwicklung bestehender Anlagen, wie etwa von Sporthallen, ist deshalb eine zentrale kommunale Aufgabe, die mit den Inhabern der Sportstätten besprochen werden muss.

Gleichzeitig ist es wichtig, die Entwicklung der Vereine im Blick zu behalten. Mitgliederzahlen, Nachwuchsgewinnung, finanzielle Belastungen und ehrenamtliche Verantwortung verändern sich. Auch wenn viele Vereine derzeit gut aufgestellt sind, braucht es einen regelmäßigen Austausch, um frühzeitig zu erkennen, wo Unterstützung notwendig ist und wie Strukturen langfristig tragfähig bleiben können. Dabei geht es nicht um Vorgaben, sondern um Dialog und gemeinsame Lösungen.

Kultur und Veranstaltungen prägen das Lebensgefühl einer Stadt. Stadtfeste, Konzerte und kulturelle Formate schaffen Begegnung und stärken das Wir-Gefühl. Traunreut hat hier großes Potenzial, auch über die Stadtgrenzen hinaus. Bestehende Veranstaltungsorte und erfolgreiche Formate können weiterentwickelt und durch neue Ideen ergänzt werden. Vielfalt in Kultur und Begegnung ist eine Stärke.

Das K1 – wie auch immer dies am besten zu organisieren ist – ist dabei ein zentraler Ort für Kultur, Veranstaltungen und Austausch. Synergien mit bestehenden kulturellen Einrichtungen und Kulturschaffenden können helfen, das Angebot weiter zu stärken und neue Zielgruppen anzusprechen. Auch thematische Veranstaltungen, Messen oder Sonderformate können zur Belebung beitragen und das Profil der Stadt schärfen.

Besondere Aufmerksamkeit verdient die Förderung junger Künstlerinnen und Künstler sowie junger Musikerinnen und Musiker. Sie bereichern das kulturelle Leben und brauchen Auftrittsmöglichkeiten, Sichtbarkeit und Unterstützung, um sich entwickeln zu können.

Unser Anspruch ist ein Traunreut mit einem lebendigen Vereinsleben und einer offenen Kulturszene. Mit einer Stadtpolitik, die zuhört, unterstützt und Rahmenbedingungen schafft, damit Engagement, Kreativität und Gemeinschaft auch in Zukunft ihren Platz haben.